Fälschungen von Kurkuma

Kurkuma-Fälschungen weit verbreitet

Lange Zeit war Kurkuma von Fälschungen verschont geblieben. Das hat sich in den letzten Jahren jedoch drastisch geändert. Eine groß angelegte Studie aus den USA hat ernüchternde Ergebnisse zur Qualität von Kurkuma-Extrakten veröffentlicht. Rund 70% der getesteten Kurkuma-Produkte wurden als gestreckt oder sogar als gefälscht identifiziert. Und mindestens 50% der getesteten Produkte waren synthetischen Ursprungs, d.h. das Kurkumin ist nicht aus der rein natürlichen Pflanze gewonnen worden, sondern synthetisch im Reagenzglas im Labor kopiert und in den freien Verkauf gebracht worden. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29808963) Das ist nicht nur eine grobe Verbrauchertäuschung, sondern kann unter Umständen nicht ganz ungefährlich für die Gesundheit sein. Denn das Kurkumin wird dabei mit teils gesundheitsgefährdenden Substanzen versetzt. Zudem bleibt die erhoffte, therapeutische Wirkung des Kurkuma-Extraktes aus und kann Beschwerden nicht mehr effektiv lindern, sondern sogar noch verstärken. Aber wie können Kurkuma-Extrakte überhaupt gefälscht werden?

Methoden zur Kurkuma-Fälschung

Bereits 2011 wurde bekannt, dass viele Hersteller von Kurkuma-Pulvern und Extrakten gestreckte Produkte verkauften. (https://www.nutraingredients-usa.com/Article/2011/09/07/EuroPharma-to-launch-probe-into-synthetic-vs-natural-curcumin ) Dabei nutzen sie zwei unterschiedliche Methoden, um Kurkuma zu fälschen: Einerseits wird das Kurkuma-Pulver mit anderen Substanzen wie Sägemehl, Stärke oder anderem Pulver gestreckt. Um anschließend die Kurkuma-eigene orange-gelbe Farbe zu erhalten, wird der Extrakt mit zum Teil gesundheitsgefährdenden Stoffen wie Blei-Chromat gefärbt. Diese Substanz kann sich längerfristig negativ auf die Gesundheit auswirken.

Kurkuma Fälschungen

Aufgrund seiner ähnlichen Farbe in Pulverform wird Kurkuma ab und an als das teurere Safran verkauft oder mit Safran vermischt.

Eine andere Methode, um Kurkuma-Extrakte zu fälschen, ist das so genannte Kurkuma-Spiking. Diese Vorgehensweise, Kurkuma-Extrakte zu fälschen, wurde zunächst in den USA entdeckt, schwappte in den letzten Jahren nach Europa über und ist mittlerweile weit verbreitet auf dem europäischen Kurkuma-Markt. Bei dieser Methode kommt synthetischer Kurkuma-Extrakt zum Einsatz, dieser wird mit echtem Kurkumin gestreckt. Das Problem beim Kurkuma-Spiking ist in erster Linie nicht das Strecken des Produktes, sondern die Lösungsmittel und fossilen Brennstoffe, die dabei verwendet werden. Sowohl das synthetische Kurkuma-Pulver als auch die Lösungsmittel tragen dazu bei, dass die erhoffte, therapeutische Wirkung von Kurkuma-Extrakten gemindert wird, wenn nicht sogar gänzlich ausfällt. Weiterhin können diese Brennstoffe und Lösungsmittel auch gefährlich für die Gesundheit sein, womit man am Ende genau den gegenteiligen Effekt erzielt. Die Verbrauchertäuschung ist hier eher das geringere Risiko.

Wie erkennt der Verbraucher gefälschte Kurkuma-Extrakte?

Leider kann der Verbraucher gefälschte Kurkuma-Produkte selbst nicht erkennen. Die Qualität der Fälschungen ist mittlerweile so gut, dass Produkte erst durch Laboruntersuchungen als gefälscht und gestreckt identifiziert werden können. Zudem ist vielen Verbrauchern gar nicht bewusst, dass Kurkuma-Extrakte gefälscht werden können und ihre Kurkuma-Präparate gar nicht aus rein natürlichem Kurkumin-Extrakt bestehen. Diese Sensibilisierung findet erst in letzter Zeit zunehmend statt. Denn ausbleibende Wirkungen und zum Teil starke Nebenwirkungen lassen viele Verbraucher aufhorchen.

Worauf muss man bei der Kurkuma-Qualität achten?

Safran Pulver

Das Safran Pulver (links im Bild) sieht dem Kurkuma Pulver zum verwechseln ähnlich.

Gute Kurkuma-Qualität ist auf den bloßen Blick nicht erkennbar und gestrecktes Kurkumin erst recht nicht. Allerdings gibt es mittlerweile eine Methode, die sich als besonders effektiv bei der Identifizierung von synthetischem Kurkumin herausgestellt hat. Mit der Radiokarbonmethode, kurz C14, ist es mittlerweile möglich, gefälschte Kurkuma-Extrakte zu erkennen. Diese Methode stammt aus der Paläontologie und untersucht den Extrakt auf das Kohlenstoff-Isotop C14 – daher auch die Namensgebung. Dieses Isotop kommt in synthetischen Extrakten nämlich nicht vor und das Fehlen dieses Stoffs ist somit ein eindeutiges Indiz für gefälschtes Kurkumin. Natürlich können Verbraucher ihre Kurkuma-Präparate nicht so einfach mit der C14-Methode testen lassen, denn sie ist nicht nur sehr aufwändig, sondern vor allem sehr kostspielig. Daher sollte man beim Kauf direkt auf das richtige Präparat setzen. Doch wie erkennt man das richtige Kurkuma-Produkt?

Checkliste für hochwertige Kurkuma-Extrakte

Bei der hohen Nachfrage nach Kurkuma-Produkten steigt natürlich auch die Auswahl an Kurkuma-Präparaten. Dass nicht alle Kurkuma-Präparate die gleiche Qualität haben können, erkennt man bereits am Preis. Auch wenn es für den Endverbraucher schwierig ist, ein gutes Kurkuma-Produkt zu erkennen, gibt es doch einige Punkte, worauf man achten sollte:

Herkunft des Rohstoffs

Wo und unter welchen Bedingungen die Kurkuma-Wurzel angebaut wird, spielt eine große Rolle für die Qualität. Was viele nämlich nicht wissen, viele Kurkuma-Präparate enthalten lediglich Kurkuma-Pulver, das dem Küchen-Gewürz gleicht. Es ist weder hochkonzentriert noch ist die Bioverfügbarkeit des Kurkumins gesteigert worden. Somit werden die wertvollen Kurkuma-Inhaltsstoffe direkt wieder ausgeschieden. Weiterhin sollte man bei der Herkunft von Kurkuma-Präparaten nicht auf Kurkuma-Extrakte aus China setzen. Diese sind häufig mangelhaft und nicht selten verunreinigt oder übermäßig gespritzt. Die Wahrscheinlichkeit für gestrecktes oder synthetisches Kurkumin ist bei Produkten aus China auch um ein Vielfaches höher. Sorten aus Indien, Sri Lanka oder Nigeria sind aufgrund des weitgehend noch traditionellen Anbau zuverlässig in der Qualität und entsprechen häufig dem biologisch nachhaltigem Anbau. Zudem werden in diesen Ländern noch ganz alte Sorten angebaut, deren Inhaltsstoffe nicht herausgezüchtet wurden und somit noch sehr reichhaltig sind.

C14-Siegel

Es gibt zwar wenige Anbieter, die Ihre Produkte mit der C-14 Methode kennzeichnen lassen, doch ist so ein Siegel ein klares Indiz dafür, dass Hersteller auf die richtige Qualität ihrer Produkte setzen. Wer sein Produkt mit dem C14-Siegel zertifizieren lassen hat, steht nicht nur für hochwertige Kurkuma-Produkte, sondern bietet seinen Kunden auch Transparenz und Vertrauen.

Preis

Wie bei vielen anderen Produkten spielt auch bei Kurkuma-Präparaten der Preis eine wichtige Rolle. Hier trifft es jedoch nicht zu, dass günstige Produkte genauso gut sein können, wie teure. Denn wie auch bei Lebensmitteln hat Qualität seinen Preis. Ein traditionell angebauter Rohstoff kostet viel Zeit und Arbeit, vor allem wenn die Pflanzen noch von Hand geerntet und getrocknet werden. Zudem ist die Herstellung von reinem, hochkonzentriertem Kurkuma-Extrakt sehr kostspielig und aufwändig. Eine zusätzliche C14-Zertifizierung erhöht den Herstellungspreis. Daher kann man ziemlich sicher sein, dass besonders günstige Präparate fast nur gewöhnliches Kurkuma-Pulver enthalten und somit kaum therapeutischen Nutzen haben.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Markt mit Kurkuma-Präparaten weiterhin floriert. Dies führt zu einer hohen Nachfrage und mangelhafter Kurkuma-Qualität. Besonders das Kurkuma-Spiking ist auf dem Vormarsch, wodurch zunehmend gestreckte und synthetische Kurkuma-Extrakte verkauft werden. Jedoch ist es durch die Radiokarbonmethode, auch C-14 genannt, möglich diese gespikten Präparate zu identifizieren. Daher sollte beim Kauf von Kurkuma-Extrakten auf die C14-Zertifizierung geachtet werden.

Quellen

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